Was macht eigentlich eine pädagogische Fachberatung?

Von Lisa Wurzbach

Mein Beruf als Pädagogische Fachberatung ist sehr vielseitig und kein Tag ist wie der andere.

Man muss aber dazu sagen, dass jeder Kita – Träger diesen Beruf anders bezeichnet und dadurch andere Aufgaben anfallen.

Bei meinem Träger ist es so, dass ich mir mit der Pädagogischen Gesamtleitung (sie hat die Verantwortung für den ganzen Bereich Pädagogik und gehört der Managementebene an) und meinen Fachberatungskolleg*innen die Dienst- und Fachaufsicht teile. Dies bedeutet, dass ich Führungsverantwortung habe und gleichzeitig aber auch beratend tätig bin. Eine gesunde Mischung eben.

So vielfältig mein Beruf ist, so unterschiedlich sind auch meine Aufgaben. So bin ich auf der einen Seite für die Pädagogik in den Kitas zuständig, dass bedeutet, ich begleite das Qualitätsmanagement, die Konzeptionsentwicklung und die Teamprozesse in den Kitas wie auch das Vorbereiten und Durchführen von Fortbildungen, die Planung und Begleitung von Neueröffnungen/Übernahmen der Kitas als auch administrative Aufgaben in unserer Verwaltung. Hier teile ich mir mit meinem Kolleg*innen ein großes Büro. Manche von uns arbeiten aber auch in anderen Bundesländern und sind dadurch im Homeoffice und den Kitas vor Ort unterwegs. Aktuell begleite ich auch eine Kita in einem anderen Bundesland und pendle jede Woche für ein bis zwei Tage dorthin.

Sehr eng arbeite ich natürlich mit meinen Fachberatungskolleg*innen und der Pädagogischen Gesamtleitung zusammen sowie mit den Einrichtungsleitungen. Wir haben sowohl wöchentlich wie auch monatliche Sitzungen zu den unterschiedlichsten Themen, die gerade anfallen. Mir persönlich ist der Austausch mit meinen mir zugeteilten Einrichtungen sehr wichtig und deshalb führen wir mit den Einrichtungsleitung monatlich ein Austauschgespräch, um uns gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Hierbei bringt jeder von uns Themen ein und sollte doch mal der Fall eintreten, dass es keine gibt, dann tauschen wir uns einfach so aus und stärken dadurch die gemeinsame Arbeitsbeziehung.

Wie ich eingangs sagte, ist kein Tag wie der andere. So plane ich meine Woche immer sehr spontan, mit den Aufgaben, die gerade aktuell anfallen. Natürlich habe ich auch feste Termine im Kalender wie die Austauschrunden, Fortbildungen oder Pädagogische Tage. Besonders gerne besuche ich immer wieder unsere Kitas und beobachten gespannt, was sich seit dem letzten Besuch alles verändert hat. Ich arbeite jetzt über vier Jahre bei meinem Träger. Als ich angefangen habe, war wir noch sehr klein und sind dann gewachsen. Dadurch kenne ich fast alle unsere Kitas ziemlich gut und freue mich immer wieder zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. So kann es gut sein, dass ich mal verkleidet als Pandabär bei einer Faschingsparty dabei bin oder als Trägervertreterin bei Veranstaltungen, wie z.B. dem Elternabend.

Mein besonderes Highlight ist die Fachbibliothek, die ich in unserem Büro für die Kitas ins Leben gerufen habe. Hier werden immer wieder neue Fachbücher zu den unterschiedlichsten Themen angeschafft und natürlich auch praktisches Material, wie z.B. Kamishibai-Karten oder Bilderbücher. Bei den Verlagen nach neuen Büchern für unsere Bibliothek zu suchen, macht mir einfach unglaublich viel Spaß.

„Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel… und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen.“
-Walt Disney-

Natürlich gibt es auch Tage, die nicht so einfach sind. Zum Beispiel, wenn mich eine Einrichtungsleitung anfragt, weil sie einen Kinderschutzfall bei einem Kind vermuten oder wenn herausfordernde Elterngespräche anstehen. Aber auch diese Tage sind unglaublich wertvoll, denn ich lerne hier jedes Mal aufs Neue durch die Gespräche und den Austausch mit allen Beteiligten so viel, was mich weiterbringt. Als insoweit erfahrene Fachkraft, bin ich für die Einrichtungsleitungen bei meinem Träger die erste Ansprechperson, wenn es um das Thema Kinderschutz geht. Hierzu schreibe ich aber in einem weiteren „Was macht eigentlich“ Beitrag etwas dazu.

Gerade implementieren meine Kollegin und ich das skandinavische Konzept unseres Trägers in den Kitas in Deutschland. Hier haben wir einen monatlichen Austausch mit unseren Kolleg*innen aus den anderen Länder und alle zwei Wochen spezifisch den Austausch für die Kitas in Deutschland. Diesen Prozess finde ich gerade besonders spannend, da es jeden Tag so viel zu entdecken gibt und somit jeder Tag mit einem kleinen Kribbeln im Bauch verbunden ist, welches mich beschwingt durch den Tag gehen lässt.

Ihr seht schon, mir wird es nie langweilig und gerade deshalb liebe ich meinen Beruf von Herzen.

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